Traumdeutung & Farbenlehre

Ist eine Farbe innerhalb eines Traumes so auffällig, dass sie in Erinnerung bleibt, dann ist sie auch für die Traumdeutung von Belang. Hier vermittelt sich die emotionale Schwingung des Traumbilds. Dabei kann es sich um einen einzelnen Gegenstand im Traum, oder um die Färbung eines Raumes oder sogar des ganzen Bildgeschehens oder die Färbung des Lichts handeln.

Farben als Hardware

Das Hantieren mit Farben im Traum zeigt auf, dass der Träumer eine Veränderung hinsichtlich der Gefühlslage anstrebt. Der Kauf von Farbe zeigt auf, dass es ihm mit dem Willen zum Wandel ernst ist. Der erfahrene Künstler weiß es: Jede Farbe hat eine ganz eigene Aussage und gibt eine ganz eigene Schwingung ab. So stehen Ölfarben für eine zuverlässige Sicherheit, weil sie deckend sind. Wasserfarbe bezeugt eine gewisse Transparenz, Kreide verschafft bunte Eindrücke, die nicht von Dauer sind.

Die Deutung der einzelnen Farben:

Blau steht prinzipiell für Freiheit, Eigenverantwortlichkeit, aber auch für Einsamkeit. Ein weiter, blauer Sommerhimmel und diese Färbung geben uns ein Gefühl von unendlicher Freiheit bei „allumfassender Geborgenheit“, ein Gefühl, das idealerweise ein Kind hat, wenn es die ersten Schritte in die Welt tut.

Ein tiefdunkles Nachtblau gibt den Blues wider, den so manchen heimsucht, wenn ihm bewusst wird, dass Freiheit auch traurigste Einsamkeit bedeuteten kann. Wer sich blau kleidet oder gar anmalt, besteht darauf, von der Umwelt als selbstständig wahrgenommen zu werden. Die Welt soll sehen, dass er auch allein zurechtkommt.

Türkis ist eine Mischfarbe von Blau und Grün. Hier vereint sich die grenzenlose Freiheit des Himmels mit dem Wachstum grüner Flora.
Der Schmuckstein, nach dem die Farbe benannt wurde, wird als Schutzamulett zur Linderung von Krankheiten und gegen Stürze oder deren Folgen getragen. Auf die Traumdeutung übersetzt bedeutet das, dass die eventuellen Folgen der Freiheit (Stürze) durch gesichertes Wachstum (schnelle Heilung) gemindert werden.

Grün ist die Farbe des Chlorophylls und damit der Inbegriff von Wachstum und Hoffnung, Nahrung und Fülle. Als Mischfarbe von Blau und Gelb vereint es Gegensätze, denn diese beiden Farben stehen sich im Farbkreis gegenüber. Im Traum ist Grün in fast allen Variationen positiv besetzt. Doch sollte man nicht vergessen, dass was wächst, noch nicht ausgereift ist.

Gelb steht als Farbe der Sonne, reifen Korns und des Goldes für beständige Werte. Die Reife, die es bezeugt, ist eher eine geistige.
Blassgelb hat den Beigeschmack von Enttäuschung.

Orange als Farbe steht für jugendliche Begeisterungsfähigkeit. Je mehr es ins Rote geht, desto hitziger ist es zu deuten.

Rot ist die Farbe des Blutes und steht somit für lebendige Leidenschaft, aber auch Gefahr von Verletzung. Es ist beispielsweise nicht unwesentlich, ob rotes Licht im Schlafzimmer oder an einer Verkehrsampel leuchtet. Auch im Traum vertritt Rot beide Aspekte.

Pink und Rosa sind durch Beimischung von Weiß in der Leidenschaft abgeschwächt, quasi mit Weisheit durchwirkt, und stehen so eher für platonische Liebe oder geistliche Nächstenliebe.

Violett steht als Mischung von triebhafter Leidenschaftlichkeit (Rot) und bedingungsloser Freiheit (Blau) sozusagen zwischen zwei Stühlen. Denn wirklich vereinigen lassen sich diese Gegensätze höchstens in religiösem Fanatismus oder in freier Liebe. Beides macht nicht wirklich glücklich. Violett verkörpert eine starke Sehnsucht nach intensivem Erleben. Lila ist heller als Violett und dadurch etwas leichter.

Braun ist im Regenbogen nicht enthalten. Und doch ist es eine solide Mischung der drei Grundfarben Rot, Gelb und Blau. In der Natur zeigt sich Braun als Fellfarbe, Mutterboden, Holz und Borke. Es ist also Sinnbild für den Schutz von Mutter Natur. Auch der Kot als Gleichnis – dieser Aspekt lässt manchen Deuter zu negativen Assoziationen verleiten – ist in Wahrheit bester Dünger für solides Wachstum. Braun als dominante Farbe bescheinigt dem Träumer ein Bedürfnis nach Ruhe und Geborgenheit, ein Kräftesammeln, das ihm später zugutekommt.

Schwarz ist eigentlich eine Nicht-Farbe. Kein Licht wird reflektiert oder aufgenommen. Im Traum zeigt sich daher ein Nichts, das aufgrund des Mangels an „Irgendwas“ als bedrückend und traurig empfunden wird. Nicht umsonst wird Schwarz von vielen Menschen weltweit als Zeichen der Trauer verstanden.

Weiß enthält das ganz Farbspektrum. Es ist Alles und gibt Alles. Vollkommene Reinheit und Weisheit werden mit ihm assoziiert. Östliche Religionen nutzen Weiß als Trauerfarbe, denn ein Leben ist vollendet, es hat alles erreicht.

Grau ist eine homogene Mischung aus Schwarz und Weiß, Nichts und Alles in Einem. Nebel erscheinen in dieser Färbung und vermitteln eine Undurchsichtigkeit. Farblosigkeit und Depression nutzen Grau als Emotionsvermittler. Der Träumer ist sich nicht schlüssig. Eine trauergleiche Zeit, in der die bunten Eindrücke nicht aufgenommen werden, hat aber auch eine beruhigende Wirkung.